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Der ungarische Nonius PDF Drucken E-Mail
Pferde - Pferderassen
Dienstag, den 07. August 2007 um 20:15 Uhr

Der ungarische Nonius:
Prachtvoll und vielseitig


La Dongo


In der Tat ist es nicht sehr einfach Informationen über diese besondere ungarische Pferderasse zu erhalten. Ich hatte das Glück, bin ihnen begegnet und konnte sie schon im Sattel und vor der Kutsche erleben. Mein erster Kontakt mit Pferden war der mit einem großen, dunkelbraunen Nonius.


Das aus Ungarn besondere Pferde kommen ist weltbekannt. Auch die
Leutstettenr Pferde haben in Ungarn, in Sárvár ihren Ursprung. Ungarn ist ein Land dessen Pferdezuchttradition über 1000 Jahre zurückverfolgt werden kann. Diese reicht zurück bis zu den Siedlungen der Magyaren-Reiter im karpatischen Becken. Die Magyaren sind die Nachfahren der Reitervölker der asisatischen Steppen. Seit dieser Zeit, bis in unsere Tage, galt Ungarn als das führende Pferdezuchtland Europas und lieferte gute, harte Pferde, die als Remonten bei der Kavallerie sehr gefragt waren.

Im 16. Jahrhundert wurde arabisches Blut in die ungarische Pferdezucht eingeführt, wodurch die heimischen Pferde verbessert und veredelt wurden, was man noch heute gut sehen kann.
Der Nonius und auch der Furioso wurden zuerst in Ungarn im 19. Jahrhundert gezüchtet.

Ursprünge des Nonius und des Furioso


Beide Rassen haben Ihren Ursprung in Mezöhegyes, dem ungarischen Staatsgestüt im südosten der ungarischen Ebene. Seit den letzten 60er Jahren konzentriert sich die Zucht von Nonius-Pferden aber auf das Gestüt Hortobagy in Ungarn und auf Topolcianky in der Slowakei, während Furioso im alten ungarischen Gestüt Apaipuszta und inzwischen auch in Mitteleuropa gezogen werden.

Das Gestüt Mezöhegyes selbst wurde 1785 von Kaiser Joseph II gegründet und befand sich, so wie Gestüt Bábolna, im Besitz der Österreichisch-ungarischen Kaiser. Auch nachfolgende Herrscher und Regierungen förderten die Pferdezucht. Dadurch besaß Ungarn gegen Ende des 19. Jahrhunderts über 2 Mio. Pferde und die bedeutensten Gestüte Europas. Alleine in Mezöhegyes sollen zu Spitzenzeiten 12 000 Pferde gestanden haben.

Der Nonius


Nonius Senior
, der Stammvater der Rasse, wurde 1810 in der Normandie geboren und von der ungarischen Kavallerie nach der Niederlage Napoleons in Leipzig 1813 erbeutet. Nonius Senior soll ein Sohn des englischen Halbblüters Orion und einer Normannen-Stute sein.

Nonius Senior war 1,66 m groß und soll nicht gerade schön gewesen sein. Man sagt, er hatte einen großen Kopf mit kleinen Augen und langen Ohren, kurzem Hals, langem Rücken, engem Becken und tief angesetztem Schweif. Er war aber ein sehr guter Vererber und seinen Nachkommen übertrafen ihn bei weitem, was das Gebäude angeht.

Zuerst wurde Nonius Senior mit allen möglichen Stuten gekreuzt, nämlich mit Araber-, Lipizzaner-, englischen Halbblut-, spanischen und Normannen-Stuten. Aus ihm gingen 15 bemerkenswerte Hengste hervor wie der vererbungsstarke Nonius IX. Um aber die immer noch vorhandenen Gebäudemängel auszugleichen, wurden ab den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts vermehrt Vollblüter eingesetzt.

Eigenschaften des Nonius


Inzwischen wurde die Rasse in zwei Typen unterteilt. Der größere Typ fand als Kutschpferd oder leichtes Arbeitspferd in der Landwirtschaft Verwendung. Die größtenteils braunen Pferde waren zäh, gesund und stark mit raumgreifenden Bewegungen und ausgeglichenem Temperament. Dieser Typ war zwischen 1,60 m und 1,68 m groß.

Der kleinere Typ entstand nach der Paarung von Nonius-Stuten mit Vollblut-Hengsten. Die Stuten brachten vielseitigere Reitpferde mit Springvermögen und mehr Adel und Aufmachung als der reine Nonius. Der kleine Typ, der mehr Araberblut führt, macht als Reitpferd und im Geschirr eine gute Figur. Der Nonius ist langlebig, aber spätreif, er ist also mit frühestens 6 Jahren ausgewachsen.


Körperliche Merkmale

Kopf:
Trotz des Vollbluteinflusses ist der Kopf des Nonius größer. Dabei ist aber alles proportional und beim Anblick des Nonius erkennt man sofort das ruhige und freundliche Gemüt dieses prachtvollen Pferdes.

Körper, Gliedmaßen:
Der Nonius ist gesund, kräftig und langlebig. Vorderbeine, Hinterbeine, Hinterhand und Kruppe sind in der Regel stark entwickelt und absolut passend für ein starkes Reit- und Fahrpferd. Die Beine ansich sind relativ kurz, der Hals ist ebenfalls kürzer, trotzdem proportional und passend zu Kopf und gesamten Gebäude des Pferdes. Zudem ist der Nonius mit gesunden Gelenken und robusten Hufen gesegnet. Der Schweif ist etwas tiefer angesetzt. Das Stockmaß des Nonius liegt zwischen 1,60 und 1,68 m. Als Farbe kommt überwiegend dunkelbraun vor. Es gibt aber auch hellere braun-Schattierungen und braune. An Kopf und Fesseln sind üblicherweise Blässen vorhanden.

Der Nonius als Allround-Pferd


Geschwindigkeitsrekorde lassen sich mit dem Nonius warscheinlich nicht erreichen. Aber wer will das schon?

Viel Mehr ist der Nonius durch seine Vielseitigkeit ein absoluter Gewinn. Man kann ihn durchaus als Turnierpferd einsetzten, wie bereits beschrieben hat der Nonius Talent zum Springen und als Reitpferd ist er goldwert. Dazu kommt seine Ausdauer die ihn gar für Distanzreiter interessant macht. Vor der Kutsche gibt der Nonius ein wunderschönes Bild ab.


Longe
Nonius "Dino" steht im "Reitstall Heidenboden" im Österreichischen Burgenland.

Der Nonius ist ein prima Anfänger-Pferd. Dank seines ruhigen Gemütes läßt sich's auf diesem Rücken entspannt lernen. Auch ich selbst lernte auf "Dino" das Glück dieser Erde kennen.



La Dongo 2
Fast schon die Berühmtheit meiner Web Site, Nonius "La Dongo", Koppelkumpel von "Dino".

Er wird in der Regel vor der Kutsche eingesetzt.
Kutsche
Ob als Reitpferd oder vor der Kutsche, der Nonius macht überall eine gute Figur.



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